Kanalreinigung - Dichtheitsprüfung

Dichtheitsprüfung

In den Abwasser-Reglementen der Gemeinden wird bei den Unterhaltspflichten für die Eigentümer verlangt, dass Abwasseranlagen in einem dichten Zustand gehalten werden müssen. Dies ist mit Blick auf den Gewässerschutz sicher eine verständliche Forderung. Damit eine Abwasseranlage aber in dichtem Zustand gehalten werden kann, muss sie zuerst einmal dicht erstellt worden sein. Und deshalb empfehlen wir allen Bauherren, eine neu erstellte oder sanierte Abwasseranlage auf Dichtheit prüfen zu lassen, um allfällige Undichtigkeiten noch über die Gewährleistungspflicht der beauftragten Unternehmer beheben zu lassen.

Aus praktischen und wirtschaftlichen Gründen sollte die Dichtheitsprüfung schon früh in der Bauphase erfolgen und nicht erst vor Ablauf der Garantie. Bei der Dichtheitsprüfung werden Abwasserrohre mit Luft oder Wasser unter Überdruck gesetzt und es wird gemessen, ob der zulässige Verlust über eine bestimmte Zeit nicht überschritten wird. Da die Prüfdauer mit einer Luft-Prüfung nach SIA 190 / VSA viel kürzer ist als mit Wasser (wenige Minuten gegenüber einer halben Stunde), empfehlen wir die Luft-Prüfung. Für die Prüfung müssen alle Anschlüsse des Rohrsystems mit Absperrblasen dicht verschlossen werden. Dies geht am einfachsten und schnellsten, wenn die Grundleitungen verlegt und mit Magerbeton fixiert sind, die Fallstränge, Bodenabläufe, Sanitärapparate etc. aber noch nicht montiert sind, damit dort die Absperrblasen eingesetzt werden können. Die Fixierung mit Magerbeton verhindert, dass das Rohrsystem unter Überdruck an den gesteckten Rohrverbindungen auseinandergerissen wird. Wenn die Muffen noch frei gelassen werden, können allfällige undichte Muffen einfacher und schneller gefunden und repariert werden.
 

Der Bauleiter / Polier muss diesen optimalen Zeitpunkt erkennen und die Prüfung rechtzeitig (2 bis 3 Tage vorher) anmelden. Eventuell muss bei grösseren Objekten die Dichtheitsprüfung in mehreren Etappen durchgeführt werden. Die Etappen sollten dann so gewählt werden, dass sie gut voneinander abgetrennt und einzeln geprüft werden können.

Bauseitige Vorbereitungen

Um Dichtheitsprüfungen effizient und kostengünstig machen zu können, benötigen wir:

  • Aktuelle Pläne der Kanalisation oder des Rohrsystems, wenn immer möglich elektronisch als PDF, wo auch das Rohrmaterial, die Rohrdurchmesser und die Längen ersichtlich sind.
  • Eine rechtzeitige Bestellung der Prüfung auf den optimalen Zeitpunkt im Baufortschritt hin (wie vorher beschrieben). Aus Kapazitätsgründen sollte der Prüftermin mindestens 2 bis 3 Tage voraus vereinbart werden.
  • Für das Prüfprotokoll brauchen wir die vollständigen Angaben zum Auftraggeber, die Angabe des Bauvorhabens und des Prüfabschnitts sowie die Strasse und der Ort des Objekts.
  • Die Angabe, nach welchem Verfahren (Luft oder Wasser nach SIA 190 / VSA) geprüft werden soll und ob das Prüfobjekt in einer Gewässerschutzzone liegt.
  • Die Angabe des Rechnungsempfängers und des Protokollempfängers sowie die gewünschte Anzahl und Form (Papier und / oder elektronisch) der Protokolle.
  • Eine Kontaktperson auf der Baustelle, die über die Prüfung informiert ist und uns bauseitig unterstützen kann (Strom, Wasser, Kran etc.).
  • Die Zufahrt mit Lieferwagen und Anhänger sollte möglich sein.
  • Bei grossen Baugruben sollte der Prüfanhänger mit einem Kran in die Nähe des Prüfobjekts transportiert werden können.

Sorgfältiges Arbeiten

Bei der Dichtheitsprüfung mit Luft reichen kleinste Undichtigkeiten, damit die Prüfung nicht bestanden wird. Es ist deshalb wichtig, dass beim Verlegen der Grundleitungen sauber gearbeitet wird. Die Muffen, Spitzenden und die Dichtungen müssen sauber sein (Sand!) und die Dichtungen müssen richtig montiert werden.

Beschädigungen nach der Dichtheitsprüfung

In der Regel erfolgt später noch die Baureinigung der Kanalisationen und eine Kanal-TV-Inspektion. Wenn beim Betonieren oder beim Eindecken Rohre nach der Dichtheitsprüfung noch beschädigt werden, würde man dies bei der Kanal-TV-Inspektion erkennen.