Archiv

Zwei neue Lastwagen für die Ketrag AG, Oktober 2008

Die Ketrag AG durfte kürzlich ihren zweiten neuen Lastwagen in diesem Jahr in Betrieb nehmen.


Nachdem im Sommer bereits ein neuer 2-Achs-Kehrichtwagen zur Flotte gestossen war, konnte kürzlich ein neuer 4-Achs-Kanalreiniger in Empfang genommen werden.


Beim Kehrichtwagen handelt es sich um einen Mercedes-Benz AXOR 1833 in der Sonderbreite 2.30 m. Der Kehrichtaufbau ist vom Typ Variopress und stammt von der Firma Ochsner AG. Er ist mit einer Wägeschüttung WIGA04 ausgerüstet, welche nebst Gewerbecontainern auch effizient für die Entleerung von Grüngut-Normbehältern eingesetzt werden kann. Der Aufbau hat ein Ladevolumen für 16 m3 gepressten Kehricht. Der schmale, wendige 2-Achser kommt auch bei engen Verhältnissen gut zurecht.


Der Kanalreiniger ist ein Scania G420 mit gelenkter Nachlaufachse. Der kombinierte Saug / Spülaufbau ist vom Typ Aquastar II der Firma Kaiser AG. Der Schlammtank hat ein Volumen von 11 m3 und kann in zwei Kammern unterteilt werden. Die Saugpumpe hat eine Leistung von 2'400 m3 pro Stunde, die Hochdruckpumpe für die Kanalreinigung bringt eine Leistung von 400 l pro Minute bei 200 bar Druck. Das Fahrzeug ist mit einer Wasserrecyclinganlage ausgerüstet, welche erlaubt, aus dem abgesaugten Material das Wasser herauszufiltern und wieder für die Kanalspülung zu verwenden. Dieser grosse Kanalreiniger kann z. B. im Strassenunterhalt seine Stärken voll ausspielen.


Beide Fahrzeuge entsprechen der neuesten Abgasklasse EURO 5. Zudem haben wir der Umwelt zuliebe zwei Kehrichtwagen der Klasse EURO 3 mit Dieselpartikelfiltern nachgerüstet.


Wir wünschen unseren beiden langjährigen Chauffeure Eugen Janezic auf dem Kehrichtwagen und Isidor Rüdisüli auf dem Kanalreiniger viel Freude mit ihren neuen Fahrzeugen und allzeit eine unfallfreie Fahrt.
 

Bericht im «Fridolin» und «Glarus Mitte Anzeiger», Oktober 2008

Die «Saubermänner»
von Netstal

Schon bemerkt? Seit einiger Zeit wird der Kehricht in Netstal mit einem neuen Kehrichtwagen der Ketrag AG Glarus eingesammelt. Der alte Lastwagen musste ersetzt werden und nachdem die Schweizer Sonderbreite von 2.30 Metern von keinem Lastwagenhersteller mehr serienmässig hergestellt wird, ist das neue Fahrzeug grösser und hat die in der EU übliche Breite von 2.50 Metern. Dafür hat es auch ein grösseres Ladevolumen, so dass jetzt der in Netstal anfallende Abfall immer in einer Fuhre eingesammelt werden kann. Das spart Kilometer, Zeit und schont die Umwelt.


Der neue Lastwagen bringt aber nicht nur Vorteile mit sich, wie Chauffeur Werner Thoma aus Amden erklärt. In Netstal mit seinen vielen engen Strassen wird’s dann schnell mal zu eng, wenn Autos an der Strasse parkiert sind und so die Durchfahrt verunmöglichen. Aber nicht nur die Autos machen dem Chauffeur und den beiden Beladern Roland Müller aus Amden und Albert Mächler, Engi, zu schaffen. „Leider kommt es immer wieder vor, dass Bäume und Sträucher zu wenig oder gar nicht zurück geschnitten werden und in die Strasse hängen!“, so Roland Müller. Eine ärgerliche Sache. Denn die Bäume oder Sträucher können Schäden am Lastwagen verursachen oder, was nicht zu unterschätzen ist, dem Belader, der auf dem Trittbrett steht, ins Gesicht schlagen. Doch diese Probleme sind lösbar. Die Ketrag AG hofft deshalb auf die Mithilfe der Netstaler Bevölkerung, damit der Kehricht weiterhin auch in schmalen Strassen direkt vor der Haustüre abgeholt werden kann.


Trotz allem arbeitet das Trio gerne mit dem neuen Kehrichtwagen, denn vieles ist moderner und geht leichter, auch wenn die Trittbetter nun höher sind und noch etwas mehr Kondition und Geschicklichkeit von Albert Mächler und Roland Müller verlangen. Auf die Frage, was ihnen an Ihrem Job besonders gefalle, wissen sie vieles aufzuzählen: draussen zu sein in der Natur, selbständiges Arbeiten in einem tollen Team und das immer etwas läuft, das finde man nicht so schnell in einem anderen Beruf. Und was gefällt den dreien an der Netstaler-Tour besonders? Die Leute seien nett und freundlich „und die Znünis in den Restaurants sind super“, so Albert Mächler. Froh wären sie manchmal nur, wenn die Leute die Kübelsäcke und die Container pünktlicher oder besser sichtbar bereitstellen würden. Das würde ihnen die Arbeit sehr erleichtern. Dass in die Kehrichtsäcke keine Gegenstände wie Spritzen, Messer und zerbrochenes Glas gehören, versteht sich eigentlich von selbst. Zu gross ist die Verletzungsgefahr für die Belader. Schön wäre es auch, wenn die Säcke nicht derart vollgestopft werden, dass man sie nur noch mit einer „Umarmung“ anheben kann, weil sie sonst beim Anheben zerreissen.


Langweilig wird’s Familienvater Werner Thoma, der in seiner Freizeit gerne jasst und jodelt, Auto- und Snowboardfan Roland Müller und Hobbylandwirt Albert Mächler, verheiratet und Vater von drei Kindern, also auch bei ihrer Arbeit bestimmt nicht. Nicht verstehen können sie die Leute, die über ihren Job die Nase rümpfen. Viele glauben auch sie wären Ausländer, da sich Schweizer doch für diese Arbeit zu schade seien. Wie man sieht, stimmt auch dieses Vorurteil nicht. Denn schliesslich stinken nicht die Kübelmänner sondern die Kehrichtsäcke der Leute und zwar von allen Leuten. Kehrichtentsorgung ist eine wichtige und ehrenwerte Arbeit, denn ohne sie würde es bald überall gewaltig stinken…


Bericht im Netstaler «Forum», Dezember 2004

Stellen Sie sich vor, Sie stellen den Kehricht bereit und keiner holt ihn ab

Woche für Woche, ob Regen, Schnee oder Hitze trifft man sie in unseren Quartieren. Eine Gruppe aufgestellter Männer in roten Übergewändern, leeren Container, werfen Abfallsäcke in ihren LKW. Es sind die Müllmänner, die unseren Abfall mitnehmen und besorgt sind, dass wir nicht darin ersticken.


Ein winkender Schänner schon früh am Morgen, ein Glas mit Getränk, einen Sack mit Z'Nüni, sie sind willkommen, unsere Müllmänner. Ab und zu treffen sie auch Leute, welche ihre Nasen zudrücken und abweisend wegschauen, es stinkt hier! Es ist aber nicht der Gestank der Müllmänner, sondern schlicht und ergreifend unser eigener.


Sie sind in Schänis gerne auf ihrer Tour und haben wenig Probleme. Trotzdem hätten sie einige Wünsche an uns:

  • Bereitstellen der gut zugebundenen Säcke erst am Morgen früh. Füchse und andere Tiere sind neugierig und schauen halt schon einmal nach dem Inhalt, ohne Hände.
  • Zurückgeschnittene Äste schonen nicht nur den für die Belader so lebenswichtigen Rückspiegel, nein sie fitzen auch weniger ins Gesicht.


Der Sammelwagen verengt den Weg in vielen Seitengassen. Das Kreuzen und Überholen muss ja nicht in Schumi-Manier erfolgen, sondern kann mit Freundlichkeit und Rücksichtsnahme ebenso gelöst werden.


Verschlafen, ist wohl schon jedem Mal passiert und dass man den Sack halt zu spät an den Strassenrand stellt, kann vorkommen, dass aber die Müllmänner für den liegen gebliebenen Sack die Schuld tragen, ist wohl etwas weit hergeholt, oder?


Bei 12'000 kg Abfall pro Woche, vom Solenberg bis Ziegelbrücke, danken wir unseren Müllmännern für die so selbstverständlich gewordene Dienstleistung mit einem kleinen Gedicht von Heinz Erhardt:


«Chor der Müllabfuhr»
Kommt! Lasset von Tonne zu Tonne uns eilen!
Wir wollen dem Müll eine Abfuhr erteilen!
Auf! Machen wir, dass jede Tonne sich leere!
Wir sind dazu da, denn wir sind Müllionäre!
Müllirallala, Müllirallala!


Bericht im «Schänis Aktuell» von Ruedi Nick, November 2004